Digitaler Meldeschein und mehr: Das ändert sich 2020 im Digital-Sektor

Welche rechtlichen Neuerungen gibt es eigentlich im Digital-Sektor? Vom digitalen Meldeschein im Hotelgewerbe bis hin zu günstigeren E-Books und E-Papern treten einige Änderungen 2020 in Kraft.  Vivien Stellmach stellt sie vor:

Die Welt ist ständig im Wandel. Das betrifft natürlich auch unsere Gesellschaft mit all ihren Gesetzen und rechtlichen Regelungen. Inzwischen ist längst auch die Digitalisierung davon betroffen. Sie hat unser Leben in den vergangenen Jahren schließlich stark verändert und in vielerlei Hinsicht verbessert.

Auch im neuen Jahr kommen wieder einige Neuerungen auf uns zu. Die Änderungen 2020 im Digital-Sektor reichen von einem digitalen Meldeschein im Hotel- beziehungsweise Beherbergungsgewerbe bis hin zu günstigeren E-Books und E-Papern.

Änderungen 2020: Das erwartet uns im Digital-Sektor

Doch das ist natürlich längst nicht alles. Deshalb wollen wir dir nachfolgend einmal vorstellen, was sich noch alles im Digital-Sektor ändern wird. Es gibt nämlich ein paar weitere nützliche Neuerungen, die unseren Alltag 2020 sicher erleichtern werden.

Wie du gleich sehen wirst, werden uns viele Änderungen mehr Zeit verschaffen – und die ist schließlich unsere wertvollste Währung. Sehen wir uns nun also an, was 2020 so passiert. Bei der Übersicht handelt es sich selbstverständlich um eine Auswahl.

Digitaler Meldeschein im Hotelgewerbe möglich

Die erste Änderung, die wir dir vorstellen müssen, betrifft wie bereits erwähnt das Hotel- beziehungsweise Beherbergungsgewerbe. Deutsche Hoteliers dürfen zukünftig also den gesamten Check-In-Prozess digitalisieren. Das hat das Bundeskabinett entschieden.

Bislang mussten Hoteliers noch Meldescheine in Papierform verwenden. Das war bei der schieren Menge an Hotels und Unterkünften natürlich alles andere als umweltfreundlich. Jetzt können Gastgeber die internen Arbeitsprozesse und damit auch ihre Kosten erheblich reduzieren.

Der digitale Meldeschein bringt nämlich einen digitalen und eigenständigen Check-In für Gäste sowie eine Hotel-App mit sich, in der man alle nötigen Informationen für den Check-In finden und den entsprechenden Meldeschein digital unterschreiben kann.

Verkürzte Aufbewahrungszeit für Alt-Computer in Unternehmen

Bislang müssen Unternehmen nach einem Informationstechnik-Systemwechsel ihre alten Computer mit steuerlich relevanten Daten noch zehn Jahre lang aufbewahren. Die Änderungen 2020 sehen vor, dass sich diese Frist auf fünf Jahre verkürzt.

Das dürfte Firmen natürlich sehr freuen. Schließlich nehmen Alt-Computer entsprechend Platz weg. Wenn die neue fünfjährige Frist abgelaufen ist, müssen sie die alten Dateien dann nur noch auf einem Datenträger speichern und aufbewahren.

Es gibt allerdings eine Einschränkung: Während einer Betriebsprüfung darf man die Computer samt Software bis zu deren Abschluss nicht entsorgen. Das gilt auch dann, wenn die Frist währenddessen abläuft.

Änderungen 2020: Teilzeit-Verträge auch per E-Mail möglich

Zeit- und nervensparend dürfte auch die nächste Änderung sein: Wenn ein Angestellter nämlich einen Antrag gemäß des Teilzeit- und Befristungsgesetz stellen und seinem Arbeitgeber eine entsprechende Mitteilung schicken will, reicht das ab 2020 in digitaler Textform.

Wenn es konkret etwa darum geht, die eigenen Arbeitsstunden neu zu verteilen, kann ein Mitarbeiter seinen Arbeitgeber dazu auch per E-Mail benachrichtigen. Es braucht jetzt kein unterschriebenes Papierstück mehr.

Europäische P2B-Verordnung ist verpflichtend

Für mehr Gerechtigkeit im Online-Handel tritt am 12. Juli 2020 auch eine neue Platform-to-Business-Verordnung (P2B) in Europa in Kraft. In der P2B-Verordnung steht zum Beispiel, dass Online-Plattformen transparent arbeiten und dazu verständliche Allgemeine Geschäftsbedingungen verfassen sollen.

Bei Online-Plattformen wie Amazon müssen diese dann unter anderem erklären, wann und warum sie den Zugang für Händler sperren können. Das soll gewährleisten, dass im E-Commerce auch alles mit rechten Dingen zugeht.

Änderungen 2020: E-Books und E-Paper werden günstiger

Die nächste Änderung 2020 dürfte digitale Bücherfans ganz besonders freuen: E-Books und E-Paper werden nämlich günstiger, weil für sie dann die ermäßigte Umsatzsteuer von sieben Prozent gilt.

Die Regelung soll auch unabhängig davon gelten, ob wir ein Buch per Download oder auf einem physischen Datenträger wie CD und DVD kaufen.

Digitale-Versorgungs-Gesetz für Apotheken und Krankenhäuser tritt in Kraft

Und zu guter Letzt tritt auch das sogenannte Digitale-Versorgungs-Gesetz in Kraft, welches Apotheken und Krankenhäuser dazu verpflichtet, sich an die Telematik-Infrastruktur anzuschließen.

Die Telematik-Infrastruktur vernetzt alle Beteiligten im Gesundheitswesen – also Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenkassen und nun eben auch Apotheken und Krankenhäuser. Apotheken müssen sich der Infrastruktur bis Ende September 2020 anschließen. Krankenhäuser haben bis zum 1. Januar 2021 Zeit.

Dahinter steckt folgender Gedanke: Patienten sollen die Möglichkeit bekommen, digitale Angebote wie eine elektronische Patientenakte zu nutzen.

Ärzte, die sich der Telematik-Infrastruktur nicht anschließen wollen, sollen demnach ab dem 1. März 2020 auch ein erhöhter Honorarabzug von 2,5 Prozent berechnet werden. Bislang lag der Abzug nur bei einem Prozent.

Ärzte dürfen Apps verschreiben

Das neue Gesetz schließt auch mit ein, dass Ärzte gesundheitliche Apps verschreiben sollen. Die entsprechenden Anwendungen sollen zum Beispiel dabei helfen, Blutzuckerwerte zu dokumentieren und an die Einnahme von Medikamenten zu denken.

Die Kosten für die Apps sollen die Krankenkassen tragen, wenn sie vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüft sind.

Und es geht noch weiter: Video-Sprechstunden mit Ärzten sollen künftig nämlich ganz normal werden. Ärzte dürfen fortan über entsprechende Angebote informieren. Das hat das Bundesministerium für Gesundheit entschieden.

2019 – Das Jahr der Frauen

Ob in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft – die Frauen haben in diesem Jahr die Top-Etagen erobert und die aktuellen Diskussionen geprägt wie nie zuvor. Ursula von der leyen, Christine Lagarde, Greta Thunberg, Annalena Baerbock, Annegret Kramp-Karrengauern, Angela Merkel, Alexandria Ocasio-Cortez, Nanxy Pelosi…….Sie sind selbstbewusst genug, auf-, aber auch auf- und umzusteigen. Sie wollen nicht nur Teilhabe, sondern gestalten selbst.

Vor allem junge, bestens ausgebildete Frauen fordern ihre Teilhabe aktiv ein. Eine der lautstarken Antreiberinnen ist dabei Tijen Onaran. Sie ist Gründerin und Chefin des stark wachsenden Frauennetzwerks „Global Digital Woman“ mit inzwischen eigenen Angaben zufolge mehr als 30.000 Mitgliedern weltweit. Ihres Erachtens bietet vor allem die Digitalisierung eine Chance für Frauen! Ihr neues Buch „Die Netzwerkbibel“ ist schon so etwas wie ein Must-read unter aufstiegshungrigen Frauen. Der Feminismus ist zu ihrem Geschäftsmodel geworden. Auch viele anderen etabliertere Frauennetzwerke in Deutschland wachsen. So auch Soroptimist International, die „Working Moms“, eine Vereinigung engagiert berufstätiger Mütter, die 2019 ihr zehnjähriges Jubiläum feierte und das Frauennetzwerk „Generation CEO“. Doch es bleibt immer noch viel Luft nach oben. Bei allem Wachstum, es müssen noch viele Frauen aufsteigen, bis eine gleichberechtigte Teilhabe in der deutschen Wirtschaft erreicht ist. Um so wichtiger ist, dass sich gerade Frauen dem Thema Digitalisierung annehmen. Wir haben die Chance, die Zukunft zu gestalten. Kommt zu unserem deutschsprachigen Freundschaftstreffen und nehmt das Ruder selbst in die Hand.

Gestalte Dein Leben – Der Deutsche Digitalpreis

„The Spark“ heißt der Deutsche Digitalpreis. Er zeichnet herausragende digitale Geschäftsideen aus. Bei der Ausschreibung des Preises von McKinsey und dem Handelsblatt ging es um die Frage, wie Start-ups mit digitaler Technologie neue Realitäten erschaffen: „New realities“ lautete daher das Thema. Neue Technologien ermöglichen es, neue Realitäten zu schaffen – das eröffnet Start-ups spannende Geschäftsmöglichekeiten: von Hilfen für Monteure bis zum autonomen Fahren. Die Technik ist da schon recht weit. Thyssen-Krupp zum Beispiel stattet bereits Wartungstechniker der Aufzugssparte mit Augmented-Reality-Brillen aus, die per Kamera ein Video in die Zentrale übertragen. Dort sitzen Spezialisten, die den Einsatz aus der Ferne unterstützen – etwa, indem sie den Außendienstlern wichtige Infromationen ins Sichtfeld einblenden. Der Flugzeugbauer Airbus wiederum schult in der Sparte Defence und Space die Mitarbeiter mithilfe von Virtual Reality für schwierige Montageaufgaben – insbesondere wenn er neue Produkte einführt oder Mitarbeiter sich noch in der Lernphase befinden.

Bei allem Gründergeist – besonders schwer tun sich Frauen: Nur in acht Prozent aller Start-ups ist zumindest eine Gründerin dabei. Dabei seien gemischte Teams erfolgreicher und kreativer. Deswegen verliehen die Initiatioren in diesem Jahr erstmals den Female Founder Award. Ihn gewann Anna Larotska mit ihrem Unternehmen Robo Wunderkind. „Wir versuchen, Kindern den Spaß am Programmieren beizubingen“ sagte die Ökonomin. Angesprochen sind gerade Mädchen. Sie sollen die digitale Ralität der Zukunft mitgestalten.

Bei der Preisverleihung am 21.11.19 forderte die Multi-Aufsichtsrätin Barbara Kux mehr Gründerinnen, damit es künftig mehr Innovationen gibt. Sie wies darauf hin, dass Unternehmen viel von Start-ups lernen können. Visionen, Teamarbeit, Schnelligkeit, vielleicht auch den Mut zum Risiko und vor allem jede Menge Kreativität. Diese Fähigkeit sei bei Frauen besonders anzutreffen.

„Von hundert Gründern sind heute nur acht Gründerinnen. Dabei brauchen wir mehr Fortschritt. Wenn die Frauen gleichziehen würden, könnten wir die Zahl der Innovationen fast verdopplen. Der Anteil der Studentinnen bei den technischen und naturwissenschaftlichen MINT-Studiengängen verharrt auf niedrigem Niveau. Studien zeigen, dass am Gymnasium die Mädchen in Naturwissenschaften nicht schlechter als die Jungen sind. Das kleine Problem ist nur: Die Mädchen sind in den Sprachen noch besser. Wir müssen jungen Frauen klarmachen, dass es bei der Studienwahl nicht allein darauf ankommt, wo ihre größten Stärken liegen, sondern auch, welche Zukunftsperspektiven es gibt und wo sich ein Betrag leisten lässt für eine nachhaltigere Welt“, fordert Barbara Kux. „Mich hat ein Stipendium für einen Schulaufenthalt in den USA geprägt. Dort lernt man Selbstbewusstsein.“

Lasst uns daraus unsere Schlüsse ziehen!

#befuturized – SIDigital

Das Motto von Dr. Renate Tewaag, Deutschlandpräsidentin der weltweit größten Service-Organisation berufstätiger Frauen lautet „#befuturized – SIDigital: Bildung. Nachhaltigkeit. Gewaltfreiheit“. Was verbirgt sich dahinter? Ausschnitte aus einem Interview:

„… Als Präsidentin möchte ich meiner Service-Organisation nun auch etwas zurückgeben, mich einbringen und unsere Vereinigung – gemeinsam mit meinen Clubschwestern – in eine erfolgreiche Zukunft führen. Im Hinblick auf die digitale Zukunft brauchen wir besonders die Impulse der jüngeren Generation. Denn die Digitalisierung hat unser aller Leben bereits tiefgreifend verändert und wird das auch künftig tun. Diese Herausforderung können wir nur gemeinschaftlich meistern – und daher unsere Kompetenzen mit denen der jungen Frauen und Mädchen zusammenbringen. Für Soroptimist International Deutschland gilt es, unsere Werte beizubehalten und uns gleichzeitig nachhaltig und modern weiterzuentwickeln.“

Das Deutschsprachige Freundschaftstreffen in Kiel (11. – 13.9.2020) wird eine Veranstaltung sein, die das Thema greifbarer machen wird und gerade Frauen und Mädchen motivieren wird, mitzugestalten. Und ganz nebenbei, Kiel ist auch sehr schön. Da kann man prima einige Tage Urlaub anhängen. Auf jeden Fall wird es auch jede Menge Möglichkeiten zum Gedankenaustausch und zum Netzwerken geben.

Als Präsidentin möchte ich eine Vermittlerin zwischen den Generationen sein!

12.-19.9.2020 Digitale Woche in Kiel

Die Digitalisierung verschiedenster Lebensbereiche betrifft uns alle. Tag für Tag lernen wir mit der fortschreitenden Digitalen Transformation zu leben und zu arbeiten. Daraus resultieren viele Fragestellungen: Wie verändert sich unser tägliches Leben längerfristig durch die neuen Möglichkeiten? Wie sieht unser Arbeitsalltag der Zukunft aus? Welche Visionen haben digitale Start Ups? Welche Veränderungsprozesse durchlaufen etablierte und traditionelle Unternehmen? Wie lernen wir zukünftig in Schule und lebenslang? Wie verändern sich Demokratie und Politikbewusstsein in einer digitalen Gesellschaft?

Diese und zahlreiche weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Digitalen Woche Kiel, dem Digitalfestival in Schleswig-Holstein. Sie findet zeitgleich zumDFT 2020 In der Woche vom 12. – 19.9.2020 statt

Digitalisierung im S-H Koalitionsvertrag

Auszug einer Rede der 1. Vorsitzenden der Mentoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein, Dorothee Thomanek, 6.12.2018

Das Land Schleswig-Holstein wird erfolgreich von CDU, Grünen und FDP regiert. Das Wort „Digitalisierung“ steht 65mal im Schleswig-Holsteinischen Koalitionsvertrag der die Vorhaben 2017-2022 regelt. Am 2.7.18 beschloss das Kabinett dazu ein umfangreiches Programm. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl digitale Verwaltungsinnovation als auch strukturierte und schnelle Digitalisierung in Schleswig-Holstein zu erreichen. Schleswig-Holstein soll zu einer digitalen Vorzeigeregion werden.

Künstliche Intelligenz – „KI“ – ist das neue Zauberwort der digitalen Gesellschaft. KI soll uns dabei helfen, einen umfassenden Transfer von Forschungsergebnissen in Anwendungen durchzuführen sowie die Modernisierung der Verwaltung umzusetzen. KI soll im Haushalt helfen, unterstützt uns bei der Betreuung unserer Familienangehörigen, hilft fit zu bleiben und zu lernen, und so weiter. KI durchdringt alle Branchen und Bereiche unseres Lebens. In der nahen Zukunft werden lernende Maschinen die Arbeit vieler Menschen erleichtern oder ersetzen, von Erdbeerpflückern*innen, Lastwagenfahrern*innen, Steuerberatern*innen und Maschinenbauern*innen bis hin zu Ärzten*innen und Juristen*innen. Künstliche Intelligenz wird Arbeitsplätze überflüssig machen, andere werden hinzu kommen.

Kleine wie große Unternehmen brauchen dringend bessere IT-, Telekommunikations- und Verkehrsinfrastrukturen. Sie brauchen natürlich auch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter*innen, bei denen die „natürliche Intelligenz“ nicht auf der Strecke geblieben ist; denn KI kann nicht alles erledigen. Und da sind wir Frauen ganz vorne. Computer können zwar Schach spielen, Autos steuern und einen Platz im Restaurant reservieren. Aber sie wissen nicht, wie sich das anfühlt und sie können nicht keativ sein!

Die Sicht auf die Digitale Revolution ist vielschichtig: Die einen sehen sie als Heilsbringer, die anderen als drohende Übermacht der Maschinen. Beide Sichtweisen sind nicht geeignet, um sich konstruktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und mitzugestalten.
Wer die Digitalisierung meistern will, ist gut beraten, menschliche und maschinelle Intelligenz konstruktiv miteinander zu verknüpfen. Denn kombiniert sind sie erfolgreicher als für sich allein: Die Zukunft gehört der Allianz von Mensch und Maschine. 

Digitalisierung ist ein Jobstifter, kein Jobkiller

Künstliche Intelligenz wird uns helfen, menschliche Tätigkeiten überflüssig zu machen, die einfach und monoton sind. Damit wird ein Prozess fortgeführt, der bereits mit der Industriegesellschaft begann. Dies wird voraussichtlich nicht im Sinne eines „Wegnehmens von Arbeitsplätzen“ erfolgen, sondern als ständige Verschiebung von unkreativen in kreativere, von isolierten in kommunikativere Tätigkeiten. Das wird nicht reibungslos ablaufen, denn gegen alles Neue regt sich der Widerstand. Es wird aber auch eine Befreiung von Potenzial, das vorher von Routinen unterdrückt wurde. 

Gerade viele Frauenberufe beinhalten menschliche Faktoren und gleichzeitig starke Routinen. Sachbearbeiter*innen verwalten nicht nur Daten, sie sind auch die gute Seele der Firma, Krankenpfleger*innen „pflegen“ nicht einfach nur Kranke, sie stehen in Beziehung mit ihnen. Barkeeper*innen schütteln nicht nur Cocktails, sie praktizieren Seelen-Kommunikation. Journalisten*innen machen nicht nur brisante Themen öffentlich, sie stehen für Wahrheit und Pressefreiheit. Durch KI-Systeme kann Wissen gesammelt und dadurch Raum für menschliche KI – für Empathie – geschaffen werden. KI verschiebt das Berufsspektrum in Richtung höherer Komplexität.

Dabei können traditionelle Berufe, die Gefahr laufen, „zurechtgestutzt“ zu werden, wieder zu ihren Ursprüngen zurückfinden: Ärzte*innen können wieder heilen statt abfertigen. Journalisten*innen wieder recherchieren und deuten statt Informationsfluten zu erzeugen. Pfleger*innen wieder Empathie ausüben statt Patienten zu verwalten. Gleichzeitig bringt das Prinzip der Differenzierung unzählige neue Tätigkeitsfelder hervor: Plattform- und Architektur-Experten*innen, Mediatoren*innen und Moderatoren*innen, Digitalisierungserklärer*innen, Coaches und Lebensbegleiter, Traffic-Manager und Gesundheits-Provider*innen, Achtsamkeits-Agenten*innen und Schönheits-Designer*innen. Die Anzahl dieser Berufe wird die Anzahl der Tätigkeiten der Industriegesellschaft übersteigen und eine Freisetzung menschlicher Kreativität ermöglichen. 

All diese Prozesse erfordern den klugen Einsatz von KI sowie ein gesundes menschliches Selbstbewusstsein. Über kurz oder lang wird es dazu führen, dass wir uns vom Joch industrieller Lohnarbeit mit ihren vielen funktionalen Zwängen emanzipieren können.  Der digitale Wandel erleichtert es Unternehmen zunehmend, ressourcenschonende und umweltfreundliche Geschäftsmodelle und -prozesse effizient umzusetzen.

Mit papierloser Administration, E-Learning, Tätigkeiten im Home-Office, Online-Trainings, Telemedizin und Maßnahmen des Energie-Managements, E-Government und Open Data, Smart Farming, Ausbau von Intelligenten Stromnetzen (Smart-Grids) – um nur einige Beispiel zu nennen, werden wir unsere Chancen nutzen. Die Digitalisierung wird mit einer Stärkung von Arbeitnehmerrechten im Sinne einer besseren Zeitsouveränität und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf einhergehen, Möglichkeiten flexibler Arbeitszeitmodelle schaffen, ebenso neue Beschäftigungschancen wie ortsunabhängige Arbeitsgestaltungen (zum Beispiel im Home-Office und Coworking-Spaces). Die Zukunft hat begonnen: Ich habe das Vertrauen in unsere Jamaika-Regierung und freue mich, mitgestalten zu können. Los geht’s!



Hilft die Digitalisierung Frauen in der Arbeitswelt?

Quelle: Hans Böckler Stiftung, Wissenschaftlicher Rechercheservice

Die Digitalisierung trifft derzeit auf einen Arbeitsmarkt, auf dem Frauen noch immer benachteiligt sind. Wird sich das nun ändern? Aktuelle Studien zur Situation von Frauen in der Arbeitswelt.

Die Gender-Expertinnen der Hans-Böckler-Stiftung zeigen in einer aktuellen Analyse, auf welchen Feldern sich die Frage entscheidet, ob Digitalisierung die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt reduzieren kann.

Kernpunkte:

  • Mobiles Arbeiten kann die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert, aber solange Arbeitgeber Geschlechterstereotype im Kopf haben, zahlen Frauen für mobiles Arbeiten mit Karrierenachteilen.
  • Beim neuen Trend „agiles Arbeiten“ können Frauen mit Skills wie Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit punkten, aber wie kriegt man Arbeitgeber dazu, das auch finanziell zu honorieren?
  • Crowdworkerinnen können überall und jederzeit Geld verdienen – aber auch genug zum Leben? Die Forscherinnen beschreiben, wo gehandelt werden muss, damit Frauen von der Digitalisierung des Arbeitsmarktes profitieren.
  • „Die Potenziale sind riesig, aber der Automatismus geht genau in die andere Richtung: Wenn wir die Digitalisierung nicht gestalten, werden Frauen die Verliererinnen sein“, sagt Christina Schildmann, ehemalige Leiterin der Stiftungs-Forschungsstelle „Arbeit der Zukunft“. „Dabei geht es nicht nur um mobiles Arbeiten, sondern um geschlechtergerechte Arbeitsplatzbewertung, um eine Weiterbildungsrevolution und Spielregeln für die Arbeit auf digitalen Plattformen.“

-> Download Studie „Genderaspekte der Digitalisierung der Arbeitswelt“ (pdf)

28.000 Besucher: Veranstalter zufrieden

Keineswegs im virtuellen Blindflug ist die Digitale Woche in der Stadt Kiel unterwegs. Die Veranstalter zeigen sich nach der Festwoche hochzufrieden. Jonas Wrede testete zu Beginn diese Holobrille als Hilfsmittel für Reparaturen. 

Die Organisatoren der Digitalen Woche Kiel 2019 sind mit dem Verlauf der acht Tage hochzufrieden. Die Festwoche des Virtuellen habe in mehr als 300 Veranstaltungen rund 28.000 Besucher angezogen, sagte Programmleiterin Kathrin Reinicke zum Abschluss.

Vom 7. bis 14. September gab es an etlichen Ecken der Stadt Veranstaltungen zum Thema Digitales: „Wissen teilen und voneinander lernen“ war dabei das Motto, dem die Organisatoren dieser Ereignisse nacheiferten. Und laut Cheforganisatorin Kathrin Reinicke ist ihnen das bestens gelungen.

„Wir sind tatsächlich ein bisschen überwältigt“, sagt Reinicke, „wir hatten im Vergleich zum Vorjahr keinen solchen Anstieg mehr erwartet.“ Das bringe aber auch eine große Verantwortung für das Programm im Jahr 2020 mit sich.

Reinicke hob in einer Erklärung die internationalen Formate „Smart City Conference“„Baltic Dev Days“ und „Sider“ ebenso hervor wie zahlreiche kleine Veranstaltungen „mit Anwendungsbezug“. 

Im Mittelpunkt standen dabei die Themen „Künstliche Intelligenz“ und „Smart City“, die in vielen unterschiedlichen Formaten diskutiert und beraten wurden. Das Bewusstsein für Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels werde auch an diesen besonders deutlich und sei gestiegen.

Quelle: KN-Online, 19.9.2019 Von Niklas Wieczorek

Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung nutzen

Quelle: Deutscher Frauenrat. 24. September 2019

Die digitale Transformation aller Lebensbereiche schreitet voran. Sie wirkt sich bereits heute stark auf die ökonomischen, politischen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen unserer Gesellschaft aus. Gleichzeitig hinkt die notwendige politische Mit- und Ausgestaltung dieser rasanten gesellschaftlichen Entwicklung hinterher.

Im Jahr 2020 werden mehr Menschen zuhause über Mobilfunktelefone verfügen als über Elektrizität oder fließendes Wasser. Arbeit 4.0, Datenschutz, Verwaltung, Pflege, Bildung, Kommunikation, die Sozialen Medien und das Gesundheitswesen – die Digitalisierung ist schon heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

POSITIONSPAPIER ZUR DIGITALEN ZUKUNFT des Deutschen Frauenrats

Die digitale Transformation verändert unsere Gesellschaft in allen Bereichen nachhaltig. Wie sich diese technologische Revolution auf das Leben und die Teilhabechancen von Frauen und Männern auswirkt, darüber wird in der Öffentlichkeit bisher viel zu wenig gesprochen. Mit dem Positionspapier Zukunft gestalten. Digitale Transformation geschlechtergerecht steuern zeigt der DF auf, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Frauen die digitale Transformation aktiv mitgestalten und von ihren Entwicklungen profitieren können.

Frauen im digitalen Wandel

Für Frauen ergeben sich mit der digitalen Transformation Herausforderungen und Chancen, die bislang kaum öffentlich debattiert wurden. Damit Frauen die Digitalisierung gestalten und von den Entwicklungen profitieren können, muss für entsprechende politische Rahmenbedingungen gesorgt werden – dieses Ziel hat sich der DF gesetzt.

Der DF-Fachausschuss „Digitale Transformation und die Auswirkungen auf Lebensbereiche von Frauen“ arbeitete von 2017 bis 2019 daran, die digitale Transformation als gesellschaftliches Querschnittsthema zu etablieren. Die Themenfelder Bildung, Arbeit und Kommunikation im digitalen Raum standen dabei im Mittelpunkt. Zu allen drei Schwerpunkten wurden umfangreiche Forderungen entwickelt und Handlungsfelder für die Bundespolitik formuliert. Diese sind aus Sicht der Frauenlobby Voraussetzung, damit die digitale Gegenwart und Zukunft geschlechtergerecht gestaltet werden können.

Positionspapier zur digitalen Zukunft

Der Deutsche Frauenrat hat den Fachausschuss „Digitale Transformation und die Auswirkung auf die Lebensbereiche von Frauen“ bei seiner Mitgliederversammlung 2017 einberufen. Unter Leitung von Birte Siemonsen arbeiteten in diesem Ausschuss Vertreterinnen aus acht Mitgliedsverbänden mit. Im Mittelpunkt stand die Aufgabe, eine Agenda und Positionierung zu den frauenpolitischen Aspekten der Digitalisierung zu formulieren und Ansprechpartner für den Themenbereich Digitalisierung und Frauen zu sein.

Dem Fachausschuss gehörten an:

  • Yvonne de Andrés (BücherFrauen)
  • Nina Golf (Evangelische Frauen in Deutschland)
  • Dr. Ursula Köhler (FrauInform der Gesellschaft für Informatik)
  • Ina Krauß (Journalistinnenbund)
  • Mareike Richter (Deutscher Gewerkschaftsbund)
  • Prof. Sigrid Wenzel (Verband Deutscher Ingenieurinnen / Zonta Union)
  • Margrit Zauner (Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen)

Koordination: Juliane Rosin, Juliane Zinke (Deutscher Frauenrat)

Digitalisierung: Frauen könnten mit Weiterbildung bessere Chancen haben als Männer

Quelle: personalwirtschaft.de 21.6.2019

Eine aktuelle Studie des McKinsey Global Institutes (MGI) hat Automatisierungsszenarien für zehn Länder entwickelt, unter anderem für Deutschland. Danach sind hierzulande Frauen und Männer gleichermaßen von den Auswirkungen der Digitalisierung betroffen. Frauen müssten jedoch stärker in ihre Qualifizierung investieren, um vom Wandel am Arbeitsmarkt zu profitieren.

Laut dem Digitalisierungsszenario für Deutschland könnten bis 2030 bis zu neun illionen Jobs wegfallen. Jeder fünfte Beschäftigte – ob Mann oder Frau – könnte seinen bisherigen Arbeitsplatz durch die Automatisierung verlieren. Gleichzeitig geht das MGI davon aus, dass hierzulande bis zu zehn Millionen neue Jobs durch technologischen Fortschritt und aufgrund demografischer Faktoren entstehen. Hinzu kämen bis zu vier Millionen zusätzliche Jobs in völlig neuen Berufen.

Jede vierte Frau und jeder vierte Mann muss sich weiterbilden

Die Entwicklung in Bereichen wie Künstliche Intelligenz oder Machine Learning wird laut Studie völlig neue Berufsgruppen und Ausbildungszweige hervorbringen. Bis 2030 muss sich danach rund ein Viertel der berufstätigen Frauen (24 Prozent) in neue Berufsfelder einarbeiten oder weiterbilden; bei den Männern ist es sogar fast ein Drittel (32 Prozent).

Die Prognosen sähen für Frauen also besser aus, was die Notwendigkeit zur Weiterbildung betrifft, so die Studie, und von den neuen Berufszweigen und Ausbildungen könnten Frauen und Männer in ähnlichem Ausmaß profitieren, so dass sie durch den Wandel am Arbeitsmarkt insgesamt mehr Vorteile haben könnten als ihre männlichen Kollegen.

Neue Jobprofile setzen höhere Bildung voraus

Trotzdem sehen die Autoren des Reports die Gefahr, dass Frauen die Chancen durch neue Jobprofile nicht in gleichem Maße nutzen könnten wie Männer. Das liege daran, dass Frauen bislang im Niedriglohnsektor überrepräsentiert und in den technischen Berufen und anderen Jobs, die Fachwissen voraussetzen, weniger stark vertreten sind, vor allem im zukunftsträchtigen MINT-Bereich. Die neuen Berufe entstünden aber vor allem in Bereichen und Tätigkeiten, die eine höhere Bildung voraussetzen. In Deutschland erwartet das MGI bis 2030 2,9 Prozent mehr Jobs für Frauen und 5,5 Prozent mehr Jobs für Männer mit einem Universitätsabschluss als heute.

Frauen könnten sich jedoch wegen „gesellschaftlicher Traditionen“ seltener für diese neuen Jobs qualifizieren können, so die Studie. Aufgrund von Kindererziehung sowie unbezahlter Haushalts- und Pflegearbeit hätten sie immer noch weniger Zeit und Möglichkeiten, neue Qualifikationen zu erlangen, sich weiterzubilden oder neue Jobs zu suchen, meint Julia Sperling, Partnerin bei McKinsey.

Frauen und Männer müssen in ihre Qualifikation investieren und bereit sein, ihre Ausbildung den technologischen Entwicklungen und Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt anzupassen,

so Sperling. Wenn das nicht gelinge, werde es weniger Chancengerechtigkeit geben als bisher und das bestehende Gehaltsgefälle zwischen den Geschlechtern werde sich noch vergrößern.

Maßnahmen, um Frauen den Zugang zum neuen Arbeitsmarkt zu erleichtern

Damit Frauen von der Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren können, müssten sie unterstützt werden, Familie, Job und Weiterbildung unter einen Hut zu bekommen, rät die Studie. Der Zugang von Mädchen und Frauen zu MINT-Fächern könnte durch Kampagnen, Sponsorings und spezielle Förderprogramme erhöht werden. Frauen, die bereits mitten in ihrer Karriere stehen, müssen darin unterstützt werden, Familie, Job und Weiterbildung unter einen Hut zu bekommen. Wichtig sei es auch, die Mobilität von Frauen zu stärken, mehr Flexibilität und dynamischere Karrierepfade anzubieten.

Der vollständige Report „The future of women at work: Transitions in an age of automation“ steht > hier zum Download bereit.Von:Ute Wolter